BRD 1969, R: Volker Schlöndorff mit Rainer Werner Fassbinder, Margarethe von Trotta, Hanna Schygulla, 106 Min, OmeU – Im Anschluss am 05.10. Gespräch mit Regisseur Volker Schlöndorff und Knut Elstermann.

Am Samstag, den 5. Oktober um 20.15 Uhr, stellt der Regisseur Volker Schlöndorff im Babylon seine frühe und über vier Jahrzehnte lang verbotene Brecht-Verfilmung „Baal“ mit Rainer Werner Fassbinder in der Titelrolle vor. Erst zur Berlinale 2014 durfte der Film mit Fassbinders erstem Auftritt vor der Kamera wieder aufgeführt werden. Fassbinder ist und lebt den Baal. Er hat ein verführerisches Charisma – für Frauen wie für Männer. Nicht nur als Dichter ist er radikal, wild, schmutzig und zieht auch seine Anhänger mit in den Abgrund. An seiner Seite agiert Schlöndorffs spätere Ehefrau, Margarethe von Trotta, die hier zum ersten Mal mit den beiden deutschen Regie-Ikonen zusammenarbeitete. „Baal“ ist Bertolt Brechts erstes Bühnenstück, das er 1918 im Alter von 20 Jahren schrieb. Der rebellische, sexuell liberale Film von Volker Schlöndorff und dem 24-jährigen Fassbinder sowie dessen Ensemble um Hanna Schygulla, Günther Kaufmann und Irm Hermann traf nicht auf das Wohlwollen von Helene Weigel. Die Brecht Witwe ließ den Film 1970 nach der einmaligen TV-Aufführung im Hessischen Rundfunk untersagen. Baal ist ein junger und talentierter Dichter. Obgleich er von der großbürgerlichen Gesellschaft gefeiert und hofiert wird, verachtet er sie. Er schläft mit der Frau seines Gönners Mech und schwängert Sophie, die ihm aber schnell zur Last wird. Menschen, denen Baal begegnet, nutzt er schamlos aus – selbst seinen Freund Ekart, mit dem er mehrere Jahre durchs Land zieht und den er offen begehrt. Auf brillante Weise überträgt Schlöndorff das historische Brecht-Stück in die Gegenwart der 1968er und fängt eindrucksvoll die Stimmung der Revolte und sexuellen Befreiung ein.

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