D/LS/QA 2019, R: Lemohang Jeremiah Mosese mit Thato Khobotle, Mercy Koetle, Pheku Lisema, 76 Min, OV (engl.)

Wie Jesus trägt die junge Frau ein Holzkreuz durch die Straßen Lesothos: Neugierige, empörte, mitleidige Augenpaare folgen der künstlerischen Performance. Der Blick der leidenden Frau ist nur halb nach außen gerichtet: Auf Gesichter, Landschaften, Schafe, ein paar strickende Hände. Die Szenen sind in poetischem Schwarz-Weiß gedreht und erscheinen auf der Leinwand oft in Zeitlupe. Darüber erklingt ein Klagelied. Darin wird der schmerzliche Abschied von der Mutter zur Abrechnung mit dem Mutterland. Lemohang Jeremiah Moseses visuelles Gedicht ist ein persönlicher Kommentar zur Geschichte und Gegenwart des kleinen Landes Lesotho, erzählt aus dem Berliner Exil. Der experimentelle bildgewaltige Film wurde komplett von einem LGBTI-Team gedreht und prangert nicht nur die Zustände in Afrika im Allgemeinen an, sondern auch Homophobie und Diskriminierung in Lesotho im Besonderen.

„Es ist ein düsteres Porträt seiner Heimat, das Lemohang Jeremiah Mosese in seinem Film abbildet – als Spiegel der eigenen Zerrissenheit, wie er sagt. Er habe seinen Frust auslöschen wollen, den Frust über die Beziehung zu Lesotho, die einerseits von Liebe, andererseits von Hass geprägt sei.“ (tagesspiegel.de)

Trailer:
 

 

Der Regisseur über seinen Film:

EN:

The people on the dusty streets of Lesotho stare inquisitively at the young woman, who, like Jesus, carries a wooden cross on her back. She looks back into their faces, at mystically beautiful landscapes, a herd of sheep, and a pair of hands that knit unceasingly. What she sees is rendered more visually precise by the black and white, more abstract by the slowed-down images, it is filtered through memories. A raw voice-over – aware that it is not being heard by those being addressed – structures the flow of images into a cinematic lament. In this essay film, Lemohang Jeremiah Mosese succeeds in creating the chronicle of a radicalising sorrow, which steadily increases in scope from a personal farewell to the mother to a politically aware defection from the motherland. The painful process of shifting from an internal view of the small African country to an external one is visualised and commented on in a profoundly personal way – from the perspective of today, in exile, in Berlin. A pretty angel accompanies the passage. In intense, aching fashion, this unusual lament on an African story of migration sheds light on an realm of experience that is taboo and not only in cinema. (source: Berlinale)

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