"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

Rechnen kann sie nicht. Dafür kann sie Pferde hochheben und ganze Torten verschlingen. Sie kann machen was sie will und lässt sich nichts gefallen - erst recht nicht von Erwachsenen. Und dabei ist sie erst neun Jahre alt.

Ihr Name: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz: Pippi Langstrumpf.

Die Schwedin Astrid Lindgren hat das Mädchen mit den roten Zöpfen erfunden - für ihre Tochter Karin. Karin lag 1941 krank im Bett. "Mama, erzähl' mir was", bat sie. "Was soll ich denn erzählen?" "Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf."

Astrid Lindgren hatte keine Ahnung, wen ihre Tochter mit "Pippi Langstrumpf" meinte. Sie fragte auch nicht. Sie erfand passend zu dem originellen Namen eine originelle Figur: Ein starkes, fröhliches, unabhängiges Mädchen. Statt mit Mutter und Vater wohnt Pippi mit dem Pferd "Kleiner Onkel" und dem Äffchen "Herr Nilsson" in der Villa Kunterbunt.

Astrid Lindgren schrieb die Geschichten auf. Sie wollte sie ihrer Tochter zum zehnten Geburtstag am 21. Mai 1944 schenken. Am 1. September 1945 erschien Pippi Langstrumpf erstmals als Buch, 1968 als Spielfilm, mit Inger Nilsson in der Hauptrolle.

Pippi war auf Anhieb ein Erfolg. Obwohl viele Erwachsene schockiert waren. Sie fürchteten, die rotzfreche Göre könnte ein schlechtes Vorbild sein.

Schließlich trug Pippi keine hübschen Kleider, ärgerte Erwachsene, war faul - und steckte damit auch noch die braven Nachbarskinder Thomas und Annika an.

Aber wenn Pippi einfach nur ein nettes Mädchen gewesen wäre, wäre sie auch längst vergessen.
So lesen Kinder auf der ganzen Welt bis heute Pippi Langstrumpf - das heißt: Natürlich lesen sie nicht überall "Pippi Langstrumpf". Sie lesen "Fifi Brindacier" in Frankreich, "Lina Langsokkur" in Island, "Changwazi Pipi" in China ... 

Schweden 1969, R: Olle Hellbom, mit Inger Nilsson: Pippi Langstrumpf, Pär Sundberg: Tommy Settergren, Maria Persson: Annika Settergren, Margot Trooger: Fräulein Prysselius,Hans Clarin: Donner-Karlsson, Paul Esser: Blom, Göthe Grefbo: Polizist Klang,Ulf G. Johnsson: Polizist Kling, Beppe Wolgers: Kapitän Langstrumpf, Öllegård Wellton: Frau Settergren, Fredrik Ohlsson: Herr Settergren. 82 Min, FSK 0

Die Geschwister Tommy und Annika haben sich schon lange ein bisschen Abwechslung in ihrem langweiligen Dorf gewünscht. Da kommt eines Tages ein kleines, rothaariges            Mädchen in das Dorf geritten und lebt mit ihrem Pferd Kleiner Onkel und ihrem Äffchen Herr Nilsson in der Villa Kunterbunt. Es ist Pippi Langstrumpf. Endlich ist was los in dem Dorf, denn Pippi sorgt dafür, dass es keinem langweilig wird. Leider will die Erzieherin Pürrelius dem    ein Ende bereiten und Pippi in ein Heim stecken. Doch die lässt sich das nicht gefallen...

Die Schriftstellerin Astrid Lindgren (14.11.1907-28.01.2002) hat Pippi im Jahr 1941 erfunden und ihrer an Lungenentzündung erkrankten Tochter  von deren Abenteuer erzählt. Am 26. November 1945 erschien das erste Pippi-Buch in Schweden.

Am Rand der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter verwahrloster Garten. In dem Garten stand ein altes Haus und in dem Haus wohnte Pippi Langstrumpf. Sie war neun Jahre alt und wohnte ganz allein da. Sie hatte keine Mutter und keinen Vater und eigentlich war das sehr schön, denn so war niemand da, der ihr sagen konnte, dass sie zu Bett gehen sollte, gerade wenn sie mitten im schönsten Spiel war, und niemand, der sie zwingen konnte, Lebertran zu nehmen, wenn sie lieber Bonbons essen wollte.

Früher hatte Pippi mal einen Vater gehabt, den sie schrecklich lieb hatte. Ja, sie hatte natürlich auch eine Mutter gehabt, aber das war so lange her, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnern konnte. Die Mutter war gestorben, als Pippi noch ein ganz kleines Ding war, das in der Wiege lag und so furchtbar schrie, dass es niemand in ihrer Nähe aushalten konnte. Pippi glaubte, dass ihre Mutter nun oben im Himmel sei und durch ein kleines Loch auf ihr Kind runterschaue, und Pippi winkte oft zu ihr hinauf und sagte: „Hab keine Angst um mich! Ich komm schon zurecht!“
Ihren Vater hatte Pippi nicht vergessen. Er war Kapitän und segelte über die großen Meere, und Pippi war mit ihm auf seinem Schiff gesegelt, bis er einmal bei einem Sturm ins Meer geweht worden und verschwunden war. Aber Pippi war ganz sicher, dass er eines Tages zurückkommen würde. Sie glaubte überhaupt nicht, dass er ertrunken sein könnte. Sie glaubte, dass er auf einer Insel an Land geschwemmt worden war, wo viele Neger wohnten, und dass ihr Vater König über alle Neger geworden war und jeden Tag eine goldene Krone auf dem Kopf trug.

"Meine Mama ist ein Engel und mein Papa ist ein Negerkönig. Es gibt wahrhaftig nicht viele Kinder, die so feine Eltern haben!", pflegte Pippi sehr stolz zu sagen. "Und wenn mein Papa sich nur ein Schiff bauen kann, dann kommt er und holt mich, und dann werde ich eine Negerprinzessin. Hei hopp, was wird das für ein Leben!" Ihr Vater hatte dieses alte Haus, das in dem Garten stand, vor vielen Jahren gekauft. Er hatte gedacht, dass er dort mit Pippi wohnen würde, wenn er alt war und nicht mehr über die Meere segeln konnte.

Aber dann passierte ja das Schreckliche, dass er ins Meer geweht wurde, und während Pippi darauf wartete, dass er zurückkam, begab sie sich geradewegs nach Hause in die Villa Kunterbunt. So hieß dieses Haus. Es stand möbliert und fertig da und wartete auf sie. An einem schönen Sommerabend hatte sie allen Matrosen auf dem Schiff ihres Vaters Lebewohl gesagt. Sie hatten Pippi sehr gern und Pippi hatte sie auch gern.
"Lebt wohl, Jungs", sagte Pippi und gab allen der Reihe nach einen Kuss auf die Stirn. "Habt keine Angst um mich. Ich komm schon zurecht."

Zwei Dinge nahm sie vom Schiff mit. Einen kleinen Affen, der Herr Nilsson hieß, und einen großen Handkoffer, voll mit Goldstücken, den hatte sie von ihrem Vater bekommen. Die Matrosen standen an der Reling und schauten Pippi nach, solange sie sie sehen konnten. Sie ging mit festen Schritten davon, ohne sich umzudrehen, mit Herrn Nilsson auf der Schulter und dem Koffer in der Hand.
"Ein merkwürdiges Kind", sagte einer der Matrosen und wischte sich eine Träne aus dem Auge, als Pippi in der Ferne verschwunden war.

Das erste Buch über Pippi Langstrumpf erschien 1945 und beruhte auf den Gutenachtgeschichten, die sich Astrid Lindgren für ihre Tochter ausdachte.

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