[Auch Henker sterben] USA 1943, R: Fritz Lang mit Brian Donlevy, Walter Brennan, Anna Lee, 130 Min, OmU (engl.)

Hollywood 1942. Fritz Lang und Bertolt Brecht arbeiten gemeinsam an einem brennend aktuellen Gegenwartsfilm über das Attentat auf Reinhard Heydrich am 27. Mai 1942. Der "Schlächter von Prag" erlag später seinen Verletzungen. Im Film jagte die Gestapo nach dem Mordanschlag den Attentäter. Die tschechische Widerstandsbewegung lenkte den Verdacht auf einen verhassten Kollaborateur. Lang setzte auf emotionale Dramatik, Brecht wollte den Kampfesmut der Tschechen zeigen. Das Happy End jedoch blieb aus, der Kampf gegen die Deutschen ging weiter außerhalb des Kinosaals. Zusammen mit „Casablanca“ und Lubitschs „To Be Or Not To Be“ ist „Hangmen Also Die“ ein erfolgreicher, antifaschistischer Film der Vereinigten Staaten, eine Art Brechtsche Fassung von Langs Meisterwerks „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, in Hollywood zu Kriegszeiten. Der Film verhandelt Themen von Verschwörung und Vergeltung, fremder und eigener Schuld. Das Volk, auf der Seite des Gejagten, steht dem Staatsterroristen – einem Widergänger Dr. Mabuses – gegenüber. Gemimt werden die Nazis, Ironie des Schick-sals, von Schauspielern, die vor eben jenen in die USA geflohen waren. Fritz Lang (1890-1976) war Regisseur und Drehbuchautor („Metropolis“, „Dr. Mabuse“), zuerst in Deutschland, dann erfolgreich auch in Hollywood. Bertolt Brecht (1898-1956) floh 1933 zunächst nach Prag und gelangte nach vielen Zwischenstationen 1941 in die USA. Brecht erhielt als Hilfe für das englische Drehbuch den Autor John Wexley, der am Ende den alleinigen Credit für sich beanspruchte. Für Fritz Lang war „Hangmen Also Die“ ein Erfolg, nicht nur aufgrund der Oscar-Nominierungen in den Kategorien Beste Filmmusik (Hanns Eisler) und Bester Ton (Jack Whitney).

„Auch wenn sich im Jahr 1943, als ‚Auch Henker sterben‘ in die amerikanischen Kinos kam, das Blatt gegen Hitler und seine Schergen wendete, so war das Ende des 2. Weltkriegs damals noch nicht absehbar. Das muss man sich als Betrachter des Films von Fritz Lang unbedingt in Erinnerung rufen. … ein ungewöhnlicher Film aus Hollywood über den Schrecken nationalsozialistischer Kriegsführung. Ein Film, der Hollywood-Klischees ebenso bedient, wie er sie unterläuft.“ (dw.com)

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