F/SD/D/TD/QA 2019, R: Suhaib Gasmelbari, 93 Min, OmU (arab./engl./russ.)

Vier sudanesische Regisseure – vier Freunde: Eltayeb Mahdi, Manar Al Hilo, Ibrahim Shadad und Suleiman Mohamed Ibrahim gründeten 1989 den Sudanesischen Filmclub. Nach 30 Jahren des Exils, der Zensur und der Schließung von Kinos durch das diktatorische Regime wollen sie einen gemeinsamen Traum verwirklichen: Die Wiedereröffnung eines verfallenen Freiluftkinos. Das Unterfangen wird zu einer Erinnerungsreise: Die Freunde lesen einander alte Briefe vor, betrachten gemeinsam alte Dokumente, Fotos und Filmclips und träumen von einem Sudan, in dem die Kunst und das Denken frei sind. Dabei sind die Schwierigkeiten, die es in dem krisengeschüttelten Land zu meistern gilt, um ein altes Kino zu restaurieren, enorm. Regisseur Gasmelbari erzählt von der Geschichte des sudanesischen Kinos, und seine unangepassten Protagonisten wirken wie Vorboten der aktuellen politischen Umwälzungen in dem Land.

„Der Titel ‚Talking about Trees‘ ist an Zeilen aus Bertolt Brechts ‚An die Nachgeborenen‘ angelehnt. Nach so vielen Misserfolgen müsse Hoffnung wachsen, sagt Ibrahim in einer Szene. Manar zitiert darauf den deutschen Dramatiker: ‚Zeiten, in denen über Bäume zu sprechen fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt.‘ Aber Gasmelbari und seine Protagonisten schweigen nicht – und sie fordern den Kinobesucher heraus, auch zwischen den Zeilen zu lesen.“ (tagesspiegel.de)

„Der sudanesische Filmemacher Suhaib Gasmelbari schaut in Talking About Trees vier alten Männer dabei zu, wie sie dabei zuschauen müssen, wie Popkultur in ihrem Land verhindert wird. … Die vier Filmer – geduldige und entspannte Leute, ein bisschen wie der Buenavista Social Club“ (critic.de)

Interview mit dem Regisseur:

EN:

Suliman and three further members of the ‘Sudanese Film Club’ have decided to revive an old cinema. They are united not only by their love of cinema and their passionate desire to restore old film stock and draw attention to Sudanese film history once more, but also by the fact that they have all enjoyed a film education in exile. Tirelessly, they try to get the cinema’s owners on their side and make the place operational again, but repeatedly find themselves up against considerable resistance. In the meantime, they sit together and talk about the past – including their experiences of persecution and even torture as oppositional artists. They also read out old letters written while in exile and dream of a Sudan in which art and intellectual thought can be free. ‘We are smarter than them, but not as strong,’ is how they unanimously summarise their situation. It is in laconic moments such as these that the viewer is able to perceive the friendship, as well as the bond and ideological solidarity that exists in the struggle for common ideals. Suhaib Gasmelbari puts the history of Sudanese cinema at the centre of his film and at the same time sheds light on the current situation in a country shaken by ongoing crises. (source: Berlinale)

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