Disunited Nations - Die UNO und der Nahe Osten [OmeU] FR/BEL 2025 , R: Christophe Cotteret mit Francesca Albanese, 80 Min
Q&A Director Christophe Cotteret & UN-Sonderberichterstatterin / United Nations (UN) Special Rapporteur Francesca Albanese Live (all 3 Screenings)
80 Jahre UNO: Zwischen moralischem Anspruch und politischer Ohnmacht
Das Jahr 2025 markiert für die Vereinten Nationen einen bitteren Meilenstein. Statt das 80-jährige Bestehen als Erfolg zu feiern, sieht sich die Weltorganisation mit einer existenziellen Bankrotterklärung des Völkerrechts konfrontiert. Der ungelöste Nahostkonflikt – historisch die „Daueraufgabe“ der UNO – ist spätestens mit den Ereignissen in Gaza zum Symbol ihres Scheiterns geworden.
Die Krise der Institution
Während die internationale Gemeinschaft bis zur Waffenruhe 2025 weitgehend tatenlos blieb, gerieten die Grundfesten der Weltordnung ins Wanken. Die Mission der UNO, Kriege zu verhindern und Zivilisten zu schützen, scheint in der Realität Gazas zerbrochen zu sein. Besonders deutlich wird dieser Riss an der Personalie Francesca Albanese: Die UN-Sonderberichterstatterin steht im Zentrum eines globalen Sturms, seit sie die Gewaltakte als Völkermord einstufte – eine Position, die sie zur Zielscheibe politischer Sanktionen, unter anderem durch die US-Regierung, machte.
In March 2024, Francesca Albanese, the UN Special Rapporteur on the Occupied Palestinian Territories, presented a harrowing report accusing Israel of committing acts of genocide in Gaza. Taking this as a starting point, the documentary Disunited Nations explores the structural paralysis of an organization seemingly unable to protect civilian lives.
There is a haunting irony in this crisis: the UN was in its infancy when it presided over the 1947 Partition Plan for Palestine. Now, decades later, the organization faces a reckoning. As geopolitical interests clash and the death toll rises, a central question remains: Will the Palestine issue ultimately lead to the collapse of the United Nations?
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Die Meinungsforschung in Deutschland zum Gazakrieg (ab Oktober 2023) zeigt ein komplexes Bild, das durch tiefe Besorgnis, eine differenzierte Bewertung der Kriegsparteien und wachsenden Druck auf die Bundesregierung gekennzeichnet ist, humanitäre Aspekte stärker zu berücksichtigen.
Zentrale Ergebnisse der Meinungsforschung (Stand 2024/2025):
• Hohe Betroffenheit: Die Mehrheit der Deutschen blickt mit großer Sorge auf den Konflikt. Bereits kurz nach Beginn des Krieges gaben etwa drei Viertel der Befragten an, die Geschehnisse bewegten sie stark.
• Differenzierte Bewertung der Gewalt:Eine GIGA-Studie (2024/2025) zeigt, dass eine Mehrheit der Befragten (ca. 68 %) die Taten der Hamas am 7. Oktober 2023 als Kriegsverbrechen einstuft, während gleichzeitig eine ähnliche Mehrheit (ca. 65 %) der Ansicht ist, dass die israelische Armee Kriegsverbrechen in Gaza begeht.
• Kritik an Israels Vorgehen wächst: Im Verlauf des Konflikts ist die Kritik am militärischen Vorgehen Israels in Deutschland gewachsen. Laut Umfragen aus 2025 sahen viele die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gegeben.
• Forderung nach humanitärem Engagement: Eine Mehrheit der Bürger (ca. 68 %) sprach sich dafür aus, dass die Bundesregierung die israelische Regierung zu einem Ende der Blockade Gazas und einer permanenten Waffenruhe drängt. Fast die Hälfte der Befragten (47 %) fand im Jahr 2025, dass die Bundesregierung zu wenig für die Menschen im Gazastreifen tut.
• Staatsräson vs. Völkerrecht: Zwar wird die besondere historische Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel anerkannt, jedoch sind über zwei Drittel der Meinung, dass sich die deutsche Außenpolitik primär am Völkerrecht und den universellen Menschenrechten orientieren sollte.
• Trennung von Kritik und Antisemitismus: 61 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Kritik an der israelischen Regierung von Antisemitismus zu trennen sei.
Zusammenfassend lässt sich sagen:Während die Solidarität mit den Opfern des Hamas-Terrors hoch bleibt, fordert die deutsche Bevölkerung zunehmend eine kritischere Haltung der Bundesregierung gegenüber der israelischen Militärstrategie und ein stärkeres Engagement für die Zivilbevölkerung in Gaza.