"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

[mit Begrüßung durch die Filmemacher] D 2019, R: Nadia Kailouli, Jonas Schreijäg mit Carola Rackete, 110 Min, OmeU – Im Anschluss Gespräch mit den Regisseuren und Carola Rackete

6.10. 20:00 Uhr ausverkauft!  Wegen des großen Interesses gibt es eine zweite Vorstellung von „SeaWatch3“ 06.10. 22:30: SeaWatch3

„Du Komplizin von Menschenhändlern! Schäm dich!“ schreien ihr Menschen am Pier entgegen. Als Carola Rackete im Hafen von Lampedusa unter Buhrufen und Jubel abgeführt wird, richten sich alle Kameras auf sie. Die deutsche Kapitänin hat die „Sea-Watch 3“ mit Geflüchteten an Bord ohne Erlaubnis in den italienischen Hafen gesteuert und wird vorläufig festgenommen. Ihre Verhaftung ist das spektakuläre Ende einer wochenlangen Odyssee auf hoher See. Wie kam es so weit? Was ist in den drei Wochen auf See passiert? In dem Dokumentarfilm "SeaWatch3" können die Zuschauer hautnah miterleben, was später weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Die Filmemacher Nadia Kailouli und Jonas Schreijäg haben die 21 Tage an Bord der „Sea-Watch 3“ dokumentiert. Vom Auslaufen bis zur Verhaftung. Sie filmen, als die Freiwilligen der Sea-Watch-Crew 53 Menschen aus einem Schlauchboot im offenen Meer rettet. Sie filmen, als um zwei Uhr morgens plötzlich die italienische Polizei an Bord kommt und eine persönliche Warnung vom amtierenden Innenminister Matteo Salvini überbringt. Sie hören die Geschichten der Geretteten, die ihnen nach und nach vom Horror Libyens erzählen. „Sie haben Menschen die Kehle durchgeschnitten. Sie haben Menschen vor unseren Augen verbrannt“, erzählt eine junge Frau, die ihren Peinigern irgendwann entkommen konnte. „Lieber ertrinken wir im Meer, als dass auch uns die Kehle durchgeschnitten wird.“

Die Filmemacher dokumentieren, wie Kapitänin Rackete unermüdlich mit den Behörden verhandelt. Über Wochen will kein europäischer Staat die Geflüchteten aufnehmen. Salvini lässt die Häfen schließen und poltert, die „Sea-Watch“ könne bis Weihnachten auf See bleiben. Und so fährt das Rettungsschiff wochenlang im Zickzack-Kurs vor Europas Außengrenze umher. Dabei ist Lampedusa so nah. Tagein, tagaus: Hoffnung und Verzweiflung an Bord. Die 53 geretteten Menschen teilen sich den harten Schiffsboden. Hier essen und schlafen sie - und erzählen: Alles ist besser, als in Libyen zu sein. Als Kailouli und Schreijäg für diesen Film aufbrachen, hatte sich lange Zeit kaum jemand mehr für die Situation auf dem Mittelmeer interessiert. Die staatliche Seenotrettung war eingestellt, viele private Rettungsschiffe waren beschlagnahmt. Das Sterben war aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden und hatte doch nie aufgehört. Ihr Film dokumentiert ein dramatisches Stück Zeitgeschichte. Es ist ein außergewöhnlich ehrliches Protokoll einer Rettungsmission, deren Kapitänin unfreiwillige Berühmtheit erlangt, als sie 53 Menschen rettet, Salvini die Stirn bietet und so den Kurs der gesamten EU-Migrationspolitik in Frage stellt.

„SeaWatch3“ ist eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks: eine Zusammenarbeit von STRG_F, Panorama und NDR DokFilm.

EN:

Arrested after bringing refugees to European shore - German captain Carola Rackete made international headlines this June when she docked the private rescue vessel "Sea-Watch 3" without permission in the port of Lampedusa. But: What had happened before the media spotlights went on? During the almost three-week stand-off in the middle of the mediterranean?

The documentary "SeaWatch3" brings the viewer as close to the events as it gets. Two filmmakers, Nadia Kailouli and Jonas Schreijäg, were on board from day one.

They filmed when the Sea-Watch-crew rescued 53 people off a rubber boat in the middle of the sea, they filmed when Italian police stepped on board at 2 AM in order to hand over a personal warning by Matteo Salvini and - most importantly - they listened to the refugees when they told them what they had escaped from: the gruesome horrors of Libya.

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