Dokumentation Vergessene Gesichter: Otto Wallburg, Deutschland 2026 , R: Uwe Marcus Rykov u. Ariane Rykov, 41 Min, Q&A mit den Filmemachern
Im Anschluss: Strich durch die Rechnung, Deutschland 1932, R: Alfred Zeisler, mit Heinz Rühmann, 99 Min
Dokumentation Vergessene Gesichter: Otto Wallburg
Otto Wallburg gilt als einer der meistbeschäftigten Komiker der Weimarer Republik – ein Star, der in über 80 Filmen mitwirkte, gefeiert an der Seite von Heinz Rühmann in Hits wie „Strich durch die Rechnung". Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kündigt die UFA seinen festen Vertrag. Trotz einer zeitweiligen Sondergenehmigung gerät sein Alltag zunehmend unter Druck – bis ihm keine Möglichkeit mehr bleibt, in Deutschland zu arbeiten. Die Flucht führt über Wien und Amsterdam, bis er 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet wird. Getragen wird der Film von einem besonderen Zugang: Otto Wallburgs Enkel François Wasserzug spricht erstmals vor der Kamera über seinen Großvater, gestützt auf bislang unveröffentlichtes Material aus dem privaten Familienarchiv. „Vergessene Gesichter: Otto Wallburg" zeichnet nach, wie schnell aus einer gefeierten Karriere Verfolgung werden konnte – eine Geschichte, die zeigt, wie wenig es brauchte, um selbst die Bekanntesten schutzlos zu machen.
Entstanden in der Lausitz
Produziert wurde der Film im FILM LAB Lausitz und über das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert. Kinder und Jugendliche aus der Region waren an Recherche, Produktionsbegleitung und Postproduktion beteiligt. Thematisch knüpft der Film an die Ausstellung „Unsichtbare Spuren" im Filmmuseum Lausitz an, die sich jüdischen Filmschaffenden der Weimarer Republik und ihrem Schicksal im Nationalsozialismus widmet.
Strich durch die Rechnung
Deutschland 1932 · Regie: Alfred Zeisler · mit Heinz Rühmann 99 Minuten
Manchmal hängt das große Glück an zwei Fahrrädern. Genauer gesagt an zwei Ersatzfahrrädern, denn ohne die darf der junge Radrennfahrer Willy Streblow nicht beim großen Rennen starten. Das Talent hat er, das Geld nicht. Den Vater seiner Verlobten Hanni, der ausgerechnet ein Fahrradgeschäft besitzt, will er aus Stolz nicht um Hilfe bitten. Als dort plötzlich zwei Räder verschwinden, fällt der Verdacht sofort auf Willy, und Hanni denkt ernsthaft an Trennung.
Rettung naht in Gestalt von Gottfried Paradies, Manager des amtierenden, aber in die Jahre gekommenen Champions Banz. Paradies stellt Willy die Räder zur Verfügung, allerdings nicht ohne Gegenleistung: Willy soll im Rennen brav hinter Banz bleiben. Doch auf der Strecke kommt alles anders, als die Herren es sich ausgerechnet haben, spätestens als ein südamerikanischer Konkurrent namens Rodriguez an beiden vorbeizieht …
Alfred Zeislers temporeiche Komödie nach einem Roman des österreichischen Schriftstellers Fred Angermayer zeigt Heinz Rühmann in einer seiner frühen Hauptrollen, mit genau jenem Charme, der ihn zum Liebling des deutschen Kinopublikums machte. Ein Film über Ehrgeiz, Stolz, Liebe und die Frage, wie weit man für eine Absprache gehen sollte.