Dokumentation Vergessene Gesichter: Otto Wallburg, Deutschland 2026 , R: Uwe Marcus Rykov u. Ariane Rykov 41 Min,
Anschließend Q&A mit den Filmemachern
Otto Wallburg gilt als einer der meistbeschäftigten Komiker der Weimarer Republik – ein Star, der in über 80 Filmen mitwirkte, gefeiert an der Seite von Heinz Rühmann in Hits wie „Strich durch die Rechnung". Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kündigt die UFA seinen festen Vertrag. Trotz einer zeitweiligen Sondergenehmigung gerät sein Alltag zunehmend unter Druck – bis ihm keine Möglichkeit mehr bleibt, in Deutschland zu arbeiten. Die Flucht führt über Wien und Amsterdam, bis er 1944 nach Auschwitz deportiert und ermordet wird. Getragen wird der Film von einem besonderen Zugang: Otto Wallburgs Enkel François Wasserzug spricht erstmals vor der Kamera über seinen Großvater, gestützt auf bislang unveröffentlichtes Material aus dem privaten Familienarchiv. „Vergessene Gesichter: Otto Wallburg" zeichnet nach, wie schnell aus einer gefeierten Karriere Verfolgung werden konnte – eine Geschichte, die zeigt, wie wenig es brauchte, um selbst die Bekanntesten schutzlos zu machen.
Produziert wurde der Film im FILM LAB Lausitz und über die Plattform Kulturelle Bildung gefördert. Kinder und Jugendliche aus der Region waren an Recherche, Produktionsbegleitung und Postproduktion beteiligt. Thematisch knüpft der Film an die Ausstellung „Unsichtbare Spuren" im Filmmuseum Lausitz an, die sich jüdischen Filmschaffenden der Weimarer Republik und ihrem Schicksal im Nationalsozialismus widmet.