"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

Spain in a Week
23.04.-08.05.

Die neuen Stars des spanischen Kinos

03.05. Alejo Moreno zu Gast mit „Diana“

Lieben Sie Almodóvar? Und kennen Sie auch die neuesten Stars des spanischen Gegenwartskinos? Vom 23. April bis 8. Mai bietet sich nun im Babylon mit dem Festival „Spain in A Week“ und über 25 fiktionalen und dokumentarischen Produktionen die Gelegenheit, einen wirklich spannenden Blick auf das vielseitige Filmschaffen der iberischen Halbinsel zu werfen.

Die 1984 in Madrid geborene Bárbara Lennie ist eine vielbeschäftigte Schauspielerin. Im regulären deutschen Kino ist sie bekannt durch ihre Rolle als Bea, als Ehefrau von Javier Bardem, in Asghar Farhadis neuestem Film „Offenes Geheimnis“. Im Babylon ist sie gleich mit drei Filmen vertreten: Für ihre Titelrolle in „Petra“ - an der Seite von Marisa Paredes („Alles über meine Mutter“, „High Heels“, „Mein blühendes Geheimnis“, 2018 Ehren-Goya) - war sie als Beste Schauspielerin bei den European Film Awards nominiert. Die Filmzeitschrift Fotogramas beschreibt Lennie als „die ruhige Kraft… Ihre Erscheinung als ernst, reflektiert und intellektuell“ („La fuerza tranquila… Su imagen es seria, reflexiva, intelectual.“). Diese feine Darstellungsart beweist sie auch in dem Frauenportrait und Debütfilm „María y los demás“ der Regisseurin Neli Reguera.

Der 2019 mit sieben Goyas ausgezeichnete, temporeiche Politthriller „El reino“ von Rodrigo Sorogoyen bringt eines der größten Probleme der spanischen Gesellschaft, die tief im politischen System verzweigte Korruption fiktional und spannend auf den Punkt. Selbst die mysteriös ums Leben gekommenen Beteiligten lässt er nicht außen vor. Bárbara Lennie überzeugt als Journalistin Amaia und Antipodin zum korrupten Lokalpolitiker, der auch ein Bauernopfer seiner Partei ist. Im finalen TV-Rededuell besiegt sie ihn verbal, indem sie ihm stellvertretend für alle Zuschauer die simple Frage an den Kopf schleudert: „Haben Sie in den letzten 15 Jahren, als sie Geld beiseite schafften, um wie ein König zu leben, mal einen Moment darüber nachgedacht, was Sie da machen?“.
Für die rundum überzeugende Verkörperung des korrupten Lokalpolitikers erhielt Antonio de la Torre (1968 in Málaga geboren; „dunkelblaufastschwarz“, „Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod“) den Goya als Bester Hauptdarsteller.

In „El Autor“ von Manuel Martín Cuenca spielt De la Torre genüsslich seine Macht als aggressiver Literaturdozent aus. Seine zweifelhaften Methoden zeigen unerwartete Wirkung bei dem farblosen Schüler Álvaro (Javier Gutiérrez): Nachdem dieser aus seinem langweiligen Notarsleben ausbricht, will er Gott spielen, um endlich den perfekten Roman zu schreiben. Javier Gutiérrez (geboren 1971 in Luanco/Asturien; „La isla minima“, „Campeones“) hat sich ohne Vorbehalte in diesen auch schwarzhumorigen Plot geworfen und ist 2018 mit dem Goya als Bester Hauptdarsteller geehrt worden. Die Zeitung ABC beurteilt ihn als einen der angesagtesten spanischen Schauspieler und ein Allround-Talent („el actor español del momento”,“ intérprete todoterreno”), Fotogramas nennt ihn aufgrund seiner Vielfältigkeit einen „Mann der 1000 Gesichter“ („El hombre de las mil caras“).

Als den „Film seines Lebens“ bezeichnet Gutiérrez „Campeones“, den erfolgreichsten, spanischen Film des Jahres 2018 und Publikumsliebling mit inzwischen über 3,3 Mio. Zuschauern (bei einer Einwohnerzahl von 46,5 Mio.). Darin spielt er den Loser-Basketballtrainer Marco, der alkoholisiert ein Polizeiauto rammt und deshalb – widerwillig - Sozialarbeit als Trainer eines Sportklubs für geistig behinderte Menschen leisten muss. Als bester Nachwuchsdarsteller mit einem Goya 2018 wurde Jesús Vidal ausgezeichnet, für den „Campeones“ insbesondere „Inklusion, Vielfalt und Sichtbarmachung“ bedeutet. 

Regisseur und Schauspieler Paco León (1974 in Sevilla geboren) ist ein Meister der Unterhaltung. Lang lebe der Sex – so könnte man die Quintessenz seiner Komödie „Kiki, el amor se hace“ beschreiben, an der sich 2016 über 1,06 Mio. Zuschauer erfreuten. Was ist ein „Kiki“? Die spanische Version von „Quickie“ und noch viel mehr. Denn für Léon bedeutet „Kiki“ auch die tabulose Freiheit in der Liebe. Auf ganz andere Weise beschäftigt sich Alejo Moreno in seinem Debütfilm „Diana“ mit Sexualität und Individualität. Eine junge Luxusprostituierte und ein scheinbar erfolgreicher Geschäftsmann lassen nach und nach ihre Maske fallen und spiegeln so auch die nach der Krise veränderte spanische Gesellschaft. Moreno wird zusammen mit seiner in Berlin lebenden Kamerafrau Irene Cruz am 3. Mai um 20 Uhr zum Filmgespräch ins Babylon kommen.

„Los Javis“ – das sind Javier Ambrossi (geboren 1984 in Madrid) und Javier Calvo (geboren 1991 ebd.) – und laut „El País“ aktuell zwei der berühmtesten Persönlichkeiten in Spanien. Für die Popularität des Paares sorgte auch die filmische Umsetzung ihrer schon am Theater äußerst erfolgreichen Musicalkomödie „La llamada – Ein göttlicher Sommer“. Gekonnt mischen sie Songs von Whitney Houston mit spanischen und lateinamerikanischen Popsongs sowie elektronischer Musik und erzählen so von einem „göttlichen Sommer“ einiger rebellischer Teenager in einem von Nonnen geleiteten Sommercamp. – 2018 mit dem Goya für den besten Original-Song ausgezeichnet.

Bemerkenswert – und 2018 mit neun Goyas geehrt - ist auch die baskische, historische Produktion „Handia“ von Aitor Arregi und Jon Garaño über den Giganten von Altzo, der Mitte des 19. Jahrhunderts als Jahrmarkt-Sensation durch ganz Europa mit seinem Bruder tourte.

Zwei aktuelle Dokumentarfilme versprechen ungewöhnliche Begegnungen: Der Bankräuber Flako erklärt in „Apuntes para una película de atracos“ sein Handwerk und führt den klaustrophobischen Regisseur León Simiani wortwörtlich in die Unterwelt, in das enge Kanalisationssystem Madrids. Die exzentrische, alte Dame und Schlossbesitzerin Julita in „Muchos hijos, un Mono y un Castillo“ öffnet Schachtel um Schachtel ihrer unendlich erscheinenden Habseligkeiten und erzählt so unterhaltsam von ihrem Leben. Ein Dokumentarfilmerfolg mit knapp 95.000 Zuschauern.

Der Goya 2019 als Bester Dokumentarfilm und der Berlinale Panorama Publikumspreis 2018 sind nur zwei von vielen Auszeichnungen, die die von Almodóvar produzierte Dokumentation „El silencio de otros“ erhielt. Die Auswirkungen des Franco-Regimes auf die Gesellschaft von heute und insbesondere das Schweigen darüber zeigen die Regisseure Almudena Carracedo und Robert Bahar anschaulich. Erinnerung und Gerechtigkeit sind die zentralen Themen.

Länge: 81 min.

ERÖFFNUNG [Spain in a Day] | ES 2016, R: Isabel Coixet, 81 Min, OmeU

Länge: 90 min.

ES 2017, R: Elena Martín mit Elena Martín, Oriol Puig, Laura Weissmahr, OmeU, 90 Min – Festival de Málaga 2017: Silber-Biznaga für den besten Film und die beste Regie

Länge: 136 min.

[The Silence of the Others] ESP/USA/FR/CA 2018, R: Robert Bahar, Almudena Carracedo mit María Martín, José María Galante, Carlos Slepoy, 136 Min, OmeU – Goya 2019: Bester Dokumentarfilm, Berlinale Panorama Publikumspreis 2018

Länge: 90 min.

[Notes for a heist Film] ESP 2018, R: León Siminiani mit Ainhoa Ramírez, León Siminiani, David Ambit, OmeU, 90 Min

Länge: 124 min.

[Campeones] ES 2018, R: Javier Fesser mit Javier Gutiérrez, Athenea Mata, Juan Margallo, 124 Min, OmU – 3 Goyas 2018: Bester Film, Bester Nachwuchsdarsteller (Jesús Vidal) & Bester Original-Song

Länge: 107 min.

ES 2018, R: Jaime Rosales with Bárbara Lennie, Alex Brendemül, Joan Botey, Marisa Paredes, 107 Min, OmeU

Länge: 125 min.

[Who Will Sing to You] ES 2018, R: Carlos Vermut with Najwa Nimri, Eva Llorach, 125 Min, OmeU – Goya 2019: Beste Nachwuchsschauspielerin (Eva Llorach)

Länge: 114 min.

[Handia] ES 2017, R: Aitor Arregi, Jon Garaño with Ramon Aguirre, Iñigo Aranburu, 114 Min, OmeU – 9 Goyas 2018: Bester Nachwuchsdarsteller (Eneko Sagardoy), Beste Kamera, Bestes Szenenbild, Bester Schnitt, Beste Produktion, Beste Original-Musik, Bestes Kostüm, Bestes Maskenbild und Beste Special Effects

Länge: 91 min.

[Viaje al cuarto de una madre] ES 2018, R: Celia Rico Clavelino with Lola Dueñas, Anna Castillo, Pedro Casablanc, 91 Min, OmeU – 4 Goya-Nominierungen 2019

Länge: 103 min.

[La propera pell] ES 2016, R: Isa Campo, Isaki Lacuesta with Alex Monner, Emma Suárez, Sergi López, 103 Min, OmeU – Goya 2017: Beste Nebendarstellerin (Emma Suárez), 3 Gaudís 2017: Bester Film in Catalán, Bestes Drehbuch, Beste Darstellerin (Emma Suárez)

Länge: 183 min.

ES 2019, R: Neus Ballús mit Elena Andrada, Sergi López, Diomaye Augustin Ngom, 83 Min, OmeU

Länge: 90 min.

[Muchos hijos, un Mono y un Castillo] ES 2017, R: Gustavo Salmerón with Julita Salmerón, Antonio García, Ramón García Salmerón, 90 Min, OmeU – Goya 2018: Bester Dokumentarfilm

Länge: 108 min.

[La llamada] ES 2017, R: Javier Ambrossi, Javier Calvo with Macarena García, Anna Castillo, Belén Cuesta, 108 Min, OmeU – Goya 2018: Bester Original Song

Länge: 112 min.

[El Autor] ES 2017, R: Manuel Martín Cuenca with Javier Gutiérrez, María León, Antonio de la Torre, 112 Min, OmeU – 2 Goyas 2018: Bester Hauptdarsteller (Javier Gutiérrez), Beste Nebendarstellerin (Adelfa Calvo)

Länge: 102 min.

[Kiki, el amor se hace] ES 2016, R: Paco León with Paco León, Ana Katz, Belén Cuesta, Natalia de Molina, 102 Min, OmeU – 4 Goya-Nominierungen 2017

Länge: 70 min.

[Dreaming of a place] ES 2018, R: Alfonso Kint mit Gonzales, Peaches, Leslie Feist, 70 Min, OmeU

Länge: 132 min.

ES 2018, R: Rodrigo Sorogoyen mit Antonio de la Torre, Mónica López, Josep Maria Pou, Bárbara Lennie, 132 Min, OmeU – 7 Goyas 2019: Beste Regie, Bester Hauptdarsteller (Antonio de la Torre), Bester Nebendarsteller (Luis Zahera), Bester Schnitt, Bestes Original-Drehbuch, Bester Ton, Beste Originalmusik

Länge: 96 min.

[María y los demás] ES 2016, R: Neli Reguera with Bárbara Lennie, José Ángel Egido, Peblo Derqui, 96 Min, OmeU – 2 Goya-Nominierungen 2017

Länge: 108 min.

[La reconquista] ES 2016, R: Jonás Trueba with Francesco Carril, Isaso Arana, 108 Min, OmeU

Länge: 125 min.

[Las furias] ES 2016, R: Miguel del Arco with José Sacristán, Carmen Machi, Bárbara Lennie, Emma Suárez, 125 Min, OmeU

Länge: 75 min.

[Hablar] ES 2015, R: Joaquín Oristell with Sergio Peris Mencheta, Raúl Arévalo, Juan Diego Botto, 75 Min, OmeU

Länge: 104 min.

ES 2018, R: Arantxa Echevarría mit Zaira Romero, Rosy Rodríguez, Moreno Borja, 104 Min, OmeU – 2 Goyas 2019: Beste Nachwuchsregisseurin, Beste Nebendarstellerin (Carolina Yuste)

Länge: 92 min.

[The academy of muses] ES 2015, R: José Luis Guerín with Rosa Delor, Emanuela Forgetta, Patricia Gil, 92 Min, OmeU

Länge: 83 min.

[Trot] ES/LT 2018, R: Xacio Baño mit Diego Anido, Celso Bugallo, Tamara Canosa, 83 Min, OmeU

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Datenschutzerklärung Annehmen Ablehnen