"They named a brandy after Napoleon, they made a herring out of Bismarck,and Hitler is going to end up as a piece of cheese."

 

 

filmPOLSKA
25.04.-01.05.

Hommage: Die Welt nach Wojciech Smarzowski

Als 2004 sein Debüt „Wesele / Die Hochzeit“ in die polnischen Kinos kam, zitierte Wojciech Smarzowski im Titel einen Filmklassiker der Regie-Ikone Andrzej Wajda. Und er hatte dasselbe wie sein berühmter Vorgänger im Sinn: dem Menschen und seiner gesellschaftlichen Stellung möglichst umfassend einen satirischen Zerrspiegel vorzuhalten, der Brüche, Wunden und Makel in vielfacher Vergrößerung zum Vorschein bringt.
 Der Film zeigte bereits viele Merkmale, die sich bis heute durch das gesamte Schaffen ziehen. Smarzowski schreibt seine Drehbücher selbst. Er schart einen wiederkehrenden Kreis treuer Schauspieler_innen um sich. Er pickt sich einen Zeitpunkt, einen Ort oder eine Gruppe der Gesellschaft heraus, der/die pars pro toto ein spezielles soziales Phänomen porträtiert. Und er wählt Orte, Figuren und Themen, welche die Zuschauer_innen fordern und Debatten provozieren, die weit über den Film hinausreichen
 
Wenn es einen kleinsten gemeinsamen Nenner in Smarzowskis Schaffen gibt, dann heißt er: Schmerz. Diesen lässt er seine Figuren erleiden, diesen mutet er auch immer wieder seinen Zuschauer_innen zu. Smarzowski-Filme tun weh – mit Horrorelementen mit Tendenz zum Splatter, mit bis zur Unerträglichkeit ausgewalzter Hoffnungslosigkeit und einem nahezu unerträglichen Realismus. Auch hierbei erweist er sich als Geistesgenosse Wajdas.
 
Der Regisseur scheut keine Tabuthemen und sorgt gerade deswegen regelmäßig für lange Schlangen an Kinokassen. Nicht selten beginnt die Debatte über die heißen Eisen, die er anpackt, bereits lange, bevor seine Filme anlaufen. Auch damit tritt er immer wieder in die Fußstapfen seines filmischen Vaters im Geiste namens Wajda.
 
Formal ist es hingegen schwierig, Smarzowskis Werke zu kategorisieren. Er ist weder Bilderstürmer noch Experimentator, er will das Kino ästhetisch nicht neu erfinden. Seine Bildsprache ordnet er stets dem Thema unter. Nach sieben Kino-Langspielfilmen ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Sie soll hinterfragen, wie gut sich die einzelnen Filme als Mosaiksteine einer kollektiven Psychoanalyse zu einem Gesamtporträt zusammenfügen, welches so viel über die polnische Gesellschaft der letzten 80 Jahre zu sagen hat wie kein Œuvre eines anderen Leinwandkünstlers. Außer vielleicht das von – Sie ahnen es – Andrzej Wajda.

(Rainer Mende)


 

Länge: 116 min.

FESTIVALERÖFFNUNG: [7 Gefühle / 7 Emotions] PL 2018, R: Marek Koterski mit Michal Koterski, Marcin Dorocinski, Katarzyna Figura, 116 Min, OmU mit Gästen

Länge: 135 min.

[Kler/Clergy] PL 2018 R: Wojciech Smarzowski mit Arkadiusz Jakubik, Robert Więckiewicz, Jacek Braciak, Joanna Kulig,
Janusz Gajos, 135 min, OmU

Länge: 106 min.

[Dom Zly/The Dark House] PL 2011 R: Wojciech Smarzowski mit Mariusz Jakus, Kinga Preis, Bartłomiej Topa, Grzegorz Wojdon, Arkadiusz Jakubik, Eryk Lubos, Marian Dziędziel, Krzysztof Czeczot, Robert Więckiewicz 106 min, OmU

Länge: 105 min.

[Pod Mocnym Aniolem/The Mighty Engel] PL 2014 R/B: Wojciech Smarzowski mit Adam Woronowicz, Arkadiusz Jakubik, Bartłomiej Topa, Robert Więckiewicz, Jacek Braciak, Andrzej Grabowski, Eryk Lubos 105 min, OmU

Länge: 101 min.

[Wesele/The Wedding] PL 2004, R/B: Wojciech Smarzowski mit Paweł Wilczak, Bartłomiej Topa, Ryszard Tymon Tymański, Andrzej Mastalerz, Maciej Stuhr, Marian Dziędziel, 101 min, OmeU

Länge: 149 min.

[Hatred/Wolhynien] PL 2016, R: Wojciech Smarzowski mit Michalina Labacz, Arkadiusz Jakubik, Vasili Vasylyk, 149 min, OmU

Länge: 95 min.

[Róża /Rose] PL 2011, R: Wojciech Smarzowski mit Marcin Dorociński, Agata Kulesza, Kinga Preis, Jacek Braciak, Malwina Buss, 95 Min, OmU

Länge: 112 min.

[Drogowka/Traffic Department] PL 2013. R/B: Wojciech Smarzowski mit Arkadiusz Jakubik, Bartłomiej Topa, Marcin Dorociński, Eryk Lubos, Julia Kijowska, Maciej Stuhr, Marian Dziędziel, Robert Wabich, Agata Kulesza 112 min, OmU

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